Herpeskeratitis (Felines Herpesvirus 1, feline Rhinotracheitis)

Biologie des Erregers und Pathogenese der Infektion:

  • DNA-Virus.

  • Stabilität: labil, bei 37°C nach 3 Stunden zu 90 % zerstört, herkömmliche Desinfektionsmittel wirksam.

  • Vorkommen: nur bei Feliden, neben Caliciviren wichtigster Bestandteil des Katzenschnupfenkomplexes.

  • Ausscheidung/Übertragung via Nasen- und Augensekret, Speichel, Kontakt (Tröpfcheninfektion).

  • Inkubationszeit 2-5 Tage.

  • Nach Infektion Ausscheidung während ca. zwei Wochen.

  • Auch immune Tiere können nach erneuter Infektion für einige Tage ausscheiden.

  • Symptome: Fieber, seröser bis mukopurulenter Nasen-/Augenausfluss, Niesen, Inappetenz, erhöhter Speichelfluss, Abmagerung, Niedergeschlagenheit, ulzerative Glossitis, Tracheitis, eitrige Augenentzündungen bis zur Deformation der Kornea, Panophthalmie, (Korneasequester, eosinophile Keratitis), generalisierte Infektionen bei trächtigen Katzen, Aborte, fetaler Fruchttod.

  • Krankheit kann bis drei Wochen dauern und dann zum Tod führen.

  • Charakteristisch: Latenz mit Ausscheidungsintervallen.

  • Virus wandert nach Infektion in nahe gelegene Lymphknoten und persistiert dort lebenslänglich als DNA in Wirtszellkernen.

  • Bei Belastung, Stress und Krankheit Aktivierung der Virusreplikation.

  • Virusreservoir: genesene latent infizierte Katzen mit reaktivierbarer Infektion sowie klinisch inapparent infizierte Tiere, die das Virus bis 12 Monate lang ausscheiden können.
  • Achtung: Ein Grossteil der Katzenpopulation ist Katzenschnupfen und -seuche geimpft, >50 % der Katzenpopulation ist serologisch positiv.

     

    Nachweis:

  • Glykoprotein B von FHV-1.

  • Keine Kreuzreaktivität mit anderen Herpesviren.
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    Probenmaterial:

  • Speichel-, Konjunktival-, Vaginal-, Präputialtupfer: Probe mit Wattestäbchen mit Kunststoffschaft (kein Karton!) entnehmen, in Reaktionsgefäss stecken, Stiel bündig mit Rand abschneiden, Gefäss gut verschliessen.
  • Konjunktivaltupfer: Ein Tupferende für beide Augen.
  • Speicheltupfer: Tupfer in Backentasche hin und her drehen.
  • Gewebe: per Express einsenden.
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    Interpretation:

    Positiv

  • Bei Katzenschnupfen und Hornhautläsionen als Diagnosebestätigung.
  • Negativ

  • Ausschluss einer FHV-1 Infektion nicht mit Sicherheit möglich.
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    Literatur:

  • Vogtlin, A., C. Fraefel, S. Albini, C. M. Leutenegger, E. Schraner, B. Spiess, H. Lutz, and M. Ackermann. 2002. Quantification of Feline Herpesvirus 1 DNA in Ocular Fluid Samples of Clinically Diseased Cats by Real-Time TaqMan PCR. Journal of Clinical Microbiology 40:519-23.