Feline Coronaviren (FCoV)

Biologie des Erregers und Pathogenese der Infektion:

  • RNA-Virus. 
  • FCoV sind in unserer Katzenpopulation stark verbreitet. 
  • Bei Raumtemperatur relativ stabil, überleben auf trockenen Oberflächen 3-7 Wochen, gefroren mindestens ein Jahr, wegen Lipidhülle gegenüber meisten Desinfektionsmitteln labil. 
  • Ansteckung wahrscheinlich über alle Körpersekrete möglich, fäkal-oraler Weg am wichtigsten. 
  • Inkubationszeit in der Regel 2 Tage. 
  • Virusvermehrung in Epithelzellen des Respirations- und Intestinaltraktes und Makrophagen. 
  • Meist keine bis milde Symptome (Durchfälle oder respiratorische Erkrankungen bei Jungtieren). 
  • Vermutung, dass durch genomische Mutationen gefährliche FIP (feline infektiöse Peritonitis)-Viren entstehen. 
  • Nasse (Aszites), trockene (ZNS-Probleme) oder gemischte Form der FIP, Ausgang immer letal.


Nachweis:

  • Sequenz des hochkonservierten 7b-Gens, damit sind auch CCV, TGEV und PRCV nachweisbar.
  • Keine Kreuzreaktion mit humanem Coronavirus HCV 229E.
  • Nachweis von Genmutationen nicht möglich, keine Unterscheidung harmloser FCoV und FIP-Viren. Deshalb ist die RT-PCR zur Diagnose einer FIP NICHT geeignet!

Ausscheider:

  • Die Bekämpfung der FIP besteht in erster Linie in der Verminderung des Virusloads. Dies wird durch die Erkennung und Eliminierung von Dauerausscheidern erreicht. Wir empfehlen dafür eine viermalige Kotuntersuchung im Abstand von einer Woche bei allen Tieren eines Kollektivs.


Probenmaterial:

  • Kot: Zur Abklärung, ob eine gesunde Katze mit FCoV infiziert ist. Vorgehen: Wattestäbchen mit Kunststoffstiel (kein Karton!) unter drehenden Bewegungen ins Rektum einführen, Probe mit Watte voran in Eppendorf-Reaktionsgefäss stecken, Stiel bündig mit Rand abschneiden, Reaktionsgefäss gut verschliessen.
  • Spezialangebot für die Bestimmung der Coronavirusausscheidungskinetik: PCR Diagnostik/Preisliste


Beurteilung der Resultate und empfohlene Massnahmen bei der Untersuchung auf Dauerausscheider:

Wir werden Ihnen zusammen mit dem Befund jeweils die Interpretation mitliefern: "Dauerausscheider" oder "mittlerer/geringer/kein Ausscheider". Folgende Massnahmen unten sind empfohlen.

1. Dauerausscheider

  • Die betroffene Katze war zum Zeitpunkt der Untersuchung ein Dauerausscheider und sollte separiert werden! Somit kann die zirkulierende Virusbürde im Kollektiv sowie der Infektionsdruck stark verringert werden und das Risiko für Mutationen im FCoV-Genom sowie die Entstehung eines damit verbundenen FIP-Virus reduziert werden. 
  • Zur Bestätigung der Diagnose sollte diese Katze nach 6-9 Monaten erneut untersucht werden. 
  • Zusätzlich müssen die generellen Hygienemassnahmen zur Reduktion der FCoV-Umgebungskontamination eingehalten werden (siehe unten).

2. Mittlerer/geringer/kein Ausscheider

  • Die betroffene Katze war zum Zeitpunkt der Untersuchung kein Dauerausscheider und muss nicht separiert werden. Es empfiehlt sich aber die generellen Hygienemassnahmen zu berücksichtigten.
3. Generelle Hygienemassnahmen zur Reduktion der FCoV-Umgebungskontamination
  • Katzen in kleinen, stabilen Gruppen von 2-3 Tieren halten. 
  • Separate Futter- und Wassergefässe sowie Kotkistchen für jede Kleingruppe. 
  • Gesamtzahl an Katzen im Haushalt beschränken (max. 8-10 Katzen). 
  • Anzahl Kotkistchen: 1 Kotkiste pro Katze. Diese mindestens zweimal täglich säubern und mindestens einmal wöchentlich leeren und mit Haushaltsreiniger reinigen. 
  • Futter- und Wassergefässe täglich mit Haushaltsreiniger reinigen. 
  • Stress vermeiden: Katzenverkehr minimieren bzw. sistieren; Katzenausstellungen meiden, Zuchttätigkeit sistieren. Aversive Reize möglichst vermeiden (wie Lärm, Gestank, extreme Temperaturen, unbekannte Menschen und Tiere, ungewohntes Handling).

Literatur:

  1. Fehr D., Bolla S., Herrewegh A.A.P.M., Horzinek M.C., Lutz H. Nachweis feliner Coronaviren mittels RT-PCR: Grundlage zum Studium der Pathogenese der Felinen Infektiösen Peritonitis (FIP). Schweizer Archiv für Tierheilkunde 138, 74-79 (1996)
  2. Gut M., Leutenegger C., Huder J., Pedersen N., Lutz H. One-tube fluorogenic reverse transcription-polymerase chain reaction for the quantitation of feline coronavirus.Journal of Virological Methods 77, 37-46 (1999)