Feline Calicivirus (FCV)

Biologie des Erregers und Pathogenese der Infektion:

  • Einzelstrang RNA-Virus der Familie der Caliciviridae

  • Ein Serotyp mit verschiedenen Subtypen. In unterschiedlichem Masse wird eine Kreuzimmunität auf die verschiedenen Subtypen ausgebildet.

  • Verbreitung: weltweit.

  • Tenazität:  In der Umwelt kann das Virus über eine Woche überleben. Inaktivierung mit 1:32 verdünnter Javellösung mit Seifenzusatz.

  • Direkte und indirekte Virusübertragung, nach Abheilung können Katzen Calicivirusträger werden.

  • Die Infektion erfolgt in erster Linie oral.

  • Erste Replikation des Virus in oropharyngealem Gewebe, Ausbildung einer Virämie mit Befall von Epithelzellen des Nasen-, Maul- und Rachenraums, der Zunge und Konjunktiven, seltener auch der Synovia. Die Virusausscheidung erfolgt kontinuierlich über Exkrete und Sekrete während mehrere Wochen bis Monaten.

  • Pathogenese: Orale Erosionen/Ulzerationen, Alveolitis, akute exudative, ev. proliferative intersitielle Pneumonie, seltener akute Synovitis und Blutungen.

  • Klinik: Fieber, orale Vesikel und Erosionen, Niesen, Nasenausfluss, Konjunktivitis, Husten, bei der rheumatischen Form Lahmheit mit schmerzhaften und geschwollenen Gelenken.

  • Die Erkrankung ist selbstlimitierend, eine Abheilung erfolgt innert einiger Tage.

  • Komplikationen: chronische lymphoplasmazytäre Stomatitis-Gingivitis.

  • Diagnostik: RT-PCR, Virusisolation in Zellkultur.

  • Therapie: es stehen keine antiviralen Medikamente zur Verfügung; symptomatisch, Breitspektrumantibiotika gegen Sekundärinfektionen.

  • Impfungen: Es stehen eine modifizierte Lebendimpfung und mehrere inaktivierte Impfstoffe zur Verfügung. Auf die meisten Virussubtypen kann eine Kreuzimmunität ausgebildet werden. Die Impfung schützt vor Erkrankung, nicht jedoch vor Infektion und Ausbildung eines Carrierstatus.

 

Nachweis:

  • Nachweis der meisten bei uns vorkommende Virusstämme

 

Probenmaterial:

  • Konjunktivale oder oropharyngeale Abstriche, Lagerung wenige Tage bei 4°C möglich.

 

Interpretation:

Positiv:      

  • Anwesenheit von felinen Calicivirus-RNA, Calicivurisinfektion kommt als mögliche Differenzialdiagnose in Frage.

  • Patient ist zwar gesund aber ein Virusausscheider

Negativ:    

  • Patient ist nicht infiziert.

  • Patient ist mit einem nicht nachweisbaren Virusstamm infiziert

  • Patient ist in der Inkubationsphase und scheidet das Virus noch nicht aus.

  • Falsch negativ, bei fehlerhafter Lagerung des Probenmaterials oder eine zu geringe Menge an Probenmaterial.

 

Literatur:

  1. Gaskell R, Dawson S. Feline Respiratroy Disease2 ed. Philadelphia: W. B. Saunders Company, 1998.
  2. Helps C, Lait P, Tasker S, et al. Melting curve analysis of feline calicivirus isolates detected by real-time reverse transcription PCR. Journal of Virological Methods 2002;105:241 - 244.
  3. Scansen BA, Wise AG, Kruger J, et al. Evaluation of a p30 Gene-Based Real-Time Reverse Transcriptase Polymerase Chain Reaction Assay for Detection of Feline Caliciviruses. J Vet Intern Med 2004;18:135 - 138.

  4. Sykes JE, Allen JL, Studdert VP, et al. Detection of feline calicivirus, feline herpesvirus 1 and chlamydia psittaci mucosal swabs by mutliplex RT-PCR/PCR. Veterinary microbiology 2001;81:95 - 108.

  5. Truyen U, Schunck B. Das feline Calicivirus: eine Übersicht. Tierärztliche Praxis 1995;23:300 - 305.

  6. Truyen U, Geissler K, Hirschberger J. Tissue distribution of virus replication in cats experimentally infected with distinct feline calicivirus isolates. Berl Münch Tierärtzl Wschr 1999;112:355 - 358.

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Martina Stirn,
Jul 12, 2017, 1:52 AM