Chlamydophila felis

Biologie des Erregers und Pathogenese der Infektion:

  • Obligat intrazelluläres gramnegatives Bakterium.
  • Relativ unstabil ausserhalb des Wirts, überlebt nur einige Tage im Augensekret bei Raumtemperatur, wird durch fettlösliche Reinigungsmitteln inaktiviert. Infiziert bevorzugterweise Feliden aber auch andere Spezies des gleichen Haushalts (Kaninchen, Meerschweinchen) und besitzt ein zoonotisches Potential. Kann an dem Katzenschnupfenkomplex beteiligt sein neben den Haupterregern Herpes- und Calicivirus
  • Inapparente Infektion möglich.
  • Tendenz zur chronischen, rezidivierenden oder latenten Infektion.
  • Ausscheidung via Augen- und Nasensekret, Speichel, Übertragung durch direkten Kontakt zwischen Katzen. Vaginale und rektale Ausscheidung möglich. Indirekte Übertragung wenig wahrscheinlich.
  • Inkubationszeit 3-5 Tage.
  • Nach Infektion Ausscheidung während 2 Monaten und länger.
  • Symptome: Akute, chronische oder rezidivierende Augenentzündung (meist unilateral zu Beginn), seröser bis mukopurulenter Augenausfluss, Schwellung und Rötung der Augenlider, Lichtempfindlichkeit, Lidkrampf. Im Anfangsstadium respiratorische Symptome wie Niesen, Nasenausfluss und evt. Husten können auftreten. Dazu kommen zum Teil auch Fieber, Appetitlosigkeit, Niedergeschlagenheit und Lahmheit vor. Bei trächtigen Katzen: Aborte, fetaler Fruchttod. Das klinische Bild kann nicht unterschieden werden von einer Herpes-Konjunktivitis. Beide Erreger können gleichzeitig auftreten (Katzenschnupfenkomplex).
  • Symptome verschwinden meistens spontan innert 3-4 Wochen, ohne Behandlung können milde Symptome monatelang persistierend mit häufigen Rezidiven.
  • Bei Belastung, Stress und Krankheit mögliche Reaktivierung der Bakterienreplikation bei latenter Infektion.
Achtung: Es wurden einzelne Fälle von Infektionen bei immunsupprimierten Menschen beschrieben, die Augenentzündung mit zum Teil Lungenentzündung zeigten. Auch schwangere Frauen sollten mit Chlamydien nicht in Kontakt kommen.

Nachweis:

  • Omp A Gen von C. felis.

Probenmaterial:

  • Konjunktival- und Speicheltupfer: Probe mit Wattestäbchen mit Kunststoffschaft (kein Karton!) entnehmen, in Reaktionsgefäss stecken, Stiel bündig mit Rand abschneiden, Gefäss gut verschliessen
  • Konjunktivaltupfer: Tupferentnahme am stärksten betroffenen Auge bei bilateraler Infektion. ! Gefahr der Übertragung von einem Auge ins andere!
  • Speicheltupfer: Tupfer in Backentasche hin und her drehen.
  • Nachweis in Konjunktivaltupfern am effizientesten.

 

Interpretation:

Positives Resultat:

  • Erreger vorhanden, aber andere Erreger des Katzenschnupfenkomplexes können mitbeteiligt sein!
Negatives Resultat:
  • Ausschluss einer C. felis Infektion nicht mit Sicherheit möglich.

Literatur:

  1. Helps C., Reeves N., Egan K., Howard P., Harbour D. Detection of Chlamydophila felis and feline herpesvirus by multiplex real-time PCR analysis. Journal of Clinical Microbiology 41, 2734-6 (2003.).
  2. Helps C., Reeves N., Tasker S., Harbour D. Use of real-time quantitative PCR to detect Chlamydophila felis infection. Journal of Clinical Microbiology 39, 2675-6 (2001).