Erkennung von FCoV Dauerausscheider

Zur Erkennung von möglichen Dauerausscheidern von felinen Coronaviren  bieten wir die Untersuchung von mehreren Kotproben an. Damit lassen sich Katzen, die grosse Mengen über längere Zeit ausscheiden mit grosser Wahrscheinlichkeit erkennen. Diese sogenannte FCoV-Ausscheidungskinetik bietet sich besonders bei grossen Katzenkollektiven mit FCoV-Problemen an. Zur zuverlässigen Bestimmung, ob eine Katze ein Dauerausscheider ist, sind vier Kotuntersuchungen im Abstand von je einem Monat ideal. Diese werden bei uns im Labor mittels RT-PCR auf FCoV untersucht. Falls man schneller ein Resultat wünscht, kann die Zeitspanne auch verkürzt werden auf wöchtentliche Abstände zwischen den Tupferproben. Werden Dauerausscheider identifiziert, sollten diese von anderen Katzen separiert werden. 
Die FCoV-Ausscheidungskinetik stellt eine momentane Situation dar. Sollten erneut Probleme mit FIP auftreten, muss die Situation erneut evaluiert werden indem die verbleibenden Katzen erneut getestet und allfällige (neue) Dauerausscheider erkannt werden.
Merkblatt zur Probenentnahme und zur Interpretation der Resultate siehe unten. 

Erkennen von FCoV-Freiheit: Um einen FCoV-negativen Status in einem Kollektiv oder einer Katze zu bestätigen, wird empfohlen eine FCoV-Titer (Antikörperbestimmung) sowie vier Kotuntersuchungen (RT-PCR) im Abstand von einer Woche durchzuführen. Sowohl der Antikörpertiter als auch alle vier Kotproben sollten negativ ausfallen, damit mit einer grossen Wahrscheinlichkeit ausgesagt werden kann, dass die Katze FCoV-negativ ist.

Wissenswerte Fakten zur FCoV-Infektion:

FCoV-Infektion versus FIP. Die Tatsache, dass eine Katze mit dem FCoV infiziert ist, heisst nicht, dass sie an einer FIP erkranken wird. Viele Katzen machen eine Infektion mit dem FCoV durch, ohne klinisch zu erkranken, oder die Symptome sind nur ganz mild (altersabhängig leichter Durchfall, evtl. Fieber). Laut Statistik erkranken nur 5% bis 12% der Katzen, die eine FCoV-Infektion durchmachen an einer FIP. In diesen Fällen kommt es zu Mutationen im Virusgenom, wodurch das Virus sich im Körper ausbreiten und andere Zellen (Makrophagen) infizieren kann. Je mehr das Virus sich vermehrt, desto häufiger treten Mutationen auf, die zu FIP führen könnten. Um diese Wahrscheinlichkeit zu senken, sollte man versuchen, die ausgeschiedene Virusmenge im Kollektiv möglichst tief zu halten, indem man Dauerausscheider aus dem Kollektiv entfernt (Separierung oder Weiterplatzierung als Einzelkatzen), entsprechende Hygienemassnahmen trifft und Stress der Katzen vermeidet. Dadurch kann das Virus in einem Haushalt eliminiert oder die ausgeschiedene Virusmenge reduziert werden.

Immunantwort und FIP. Je nach Aktivitätslage v.a. der zellulären Immunantwort der Katze können sich die verschiedenen klinischen Formen der FIP entwickeln oder aber eine FIP-Erkrankung verhindert werden. Katzen, die keine Viren im Kot ausscheiden, können wirklich negativ sein oder aber mit einer sehr geringen Menge an Viren infiziert sein, weil ihr Immunsystem die Vermehrung vom Virus gut kontrolliert.

Stress und FIP. Stress bedeutet eine mögliche Schwächung des Immunsystems, was zu einer erhöhten Vermehrung der FCoV führen kann. Je mehr das Virus sich vermehrt, desto häufiger treten Mutationen auf, die zu FIP führen könnten. Stress der Katzen sollte daher so weit als möglich vermieden werden.

Hygienemassnahmen: FCoV kann nach Antrocknen auf Oberflächen und der Kleidung bis zu 7 Wochen bei Raumtemperatur infektiös bleiben. Nach dem Tod einer Katze durch eine FIP sollten alle Gegenstände (inkl. Teppiche), mit denen die Katze in Kontakt kam, gründlich mit Wasser und Haushaltsreiniger geputzt und desinfiziert werden. Es sollten frühestens nach 2 Monaten neue Katzen in den Haushalt aufgenommen werden. Quarantänemassnahmen für neue Tiere.

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  54k v. 1 Apr 5, 2019, 5:58 AM Marina Meli
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  89k v. 1 Apr 5, 2019, 5:58 AM Marina Meli