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Publikation in Zusammenarbeit mit Forschenden in Kuba

veröffentlicht um 10.12.2020, 05:11 von Regina Hofmann-Lehmann   [ aktualisiert: 10.12.2020, 05:19 ]

Aus unserer mehrjährigen guten Zusammenarbeit mit Prof. Belkis Corona-González, Centro Nacional de Sanidad Agropecuaria (CENSA), San José de las Lajas, Cuba, sind mehrere neue Publikationen erschienen oder in Vorbereitung. Kürzlich erschienen ist eine Arbeit über zoonotische vektorübertragene Krankheitserreger bei Hunden aus Tierheimen in Kuba.

Diese Publikation, welche durch Adrian Alberto Díaz-Sánchez als Erstautor verfasst wurde und die in der Fachzeitschrift Pathogens erschienen ist (https://www.mdpi.com/2076-0817/9/11/901/htm; IF 3.018), untersuchten wir Blutproben von 100 Hunden in Tierheimen. Insgesamt waren 85% der Tiere positiv für mind. einen vektorübertragenen Erreger. Am häufigsten fand sich Ehrlichia canis (62%), gefolgt von Anaplasma platys (40%) und Rickettsia felis (27%). Rund ein Drittel der Tiere war positiv für mehrere Erreger. Es konnte in keiner der Proben Anaplasma phagocytophilum oder Borrelia burgodoreri sensu lato nachgewiesen werden.

Thrombozytopenie war die häufigste hämatologische Veränderung bei PCR-positiven Hunden; die Thrombozytopenie war statistisch assoziiert mit PCR-positivität für Ehrlichia canis respektive mit Koinfektionen. Die phylogenetischen Analysen von Anaplasma platys und Ehrlichia canis zeigten eine geringe genetische Variablität der kubanischen Stämme.

Zusammenfassend unterstreichen die Ergebnisse dieser Studie die hohe Prävalenz von durch Vektoren übertragenen Krankheitserregern mit zoonotischem Potenzial bei scheinbar gesunden Hunden in Tierheimen in Kuba. Die untersuchte Region umfasste überwiegend städtische Gebiete, was das zoonotische Potenzial zu einem besonderen Anliegen für die menschliche Gesundheit macht.

Basierend auf den Ergebnissen der Studie sowie klinischen Beobachtungen ermutigen wir daher eine Kampagne zur Überwachung und Kontrolle von caninen Vektorübertragenen Infektionen zu initiieren, mit Untersuchungen von Menschen, Tieren und Vektoren im Rahmen eines One Health-Ansatzes, um eine breitere epidemiologische Perspektive zu erhalten.


Ehrlichia canis Morula in neutrophilem Granulozyten eines Hundes (Symbolbild)