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Hämatologie Kantschil

veröffentlicht um 27.03.2012, 07:18 von Barbara Riond   [ aktualisiert 30.03.2012, 02:33 von admin vetlabor.ch ]
Blutausstriche eines Kantschils (Hirschferkel). Kantschile zählen zu den kleinsten Paarhufern. Hämatologisch sind sie besonders interessant aufgrund ihrer hohen Anzahl an sehr kleinen Erytrhozyten. Physiologisch sind beim Kantschil Erythrozytenzahlen von 33 Million/µl, wobei das mittlere Zellvolumen (MCV) bei 13 fl liegt (zum Vergleich: Hunde haben MCV-Werte von 70 fl). Auch die Form der Erythrozyten war im vorliegenden Fall aussergewöhnlich: sehr variabel und erinnert teilweise an Erythrozyten von Hirschen. Bei Hirschen zirkulieren die Erythrozyten als runde Zellen in den Gefässen. Kurz nach Punktion des Gefässes, wenn das Blut mit Luft in Kontakt kommt, oder bei Raumtemperatur steht, nehmen die Erythrozyten eine Sichelform an. Wir wissen nicht, ob dieses Phänomen auch beim Kantschil für die im vorliegenden Fall beobachteten Erythrozytenformen verantwortlich ist.
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